Zusätzlich zu diesem kleinen Aderlaß, nutzen wir die Wirkung des Speichels der Egel. Dieser ist gerinnungs- und entzündungshemmend, beschleunigt den Lymphstrom und sorgt so für Entstauung und Entschlackung der Entzündungsgebiete.
Durch den Blutverlust werden Staugebiete abgebaut und mit ihnen Schlackenstoffe abgeleitet. Die Geweberegeneration wird so gefördert.
Der Speichel des Egels wirkt systemisch, er wird über die Körperflüssigkeiten im Gewebe verteilt. Das führt zu einer Umstimmung des Organismus. Er kann sich neu einstimmen und Heilanstöße von außen besser aufnehmen.
Darüber hinaus wirkt der Speichel schmerzstillend.
Indikationen
Die Blutegeltherapie hat in der Tierheilkunde einen festen Platz. Es gibt eine Vielzahl von Indikationen, die vom erfahrenen Therapeuten sorgfältig überprüft werden. Einige seien hier genannt:
Vorbereitung des Tieres zur Blutegeltherapie
Ab einer Woche vor der Behandlung keine Duftstoffe aufbringen (Fliegenspray, Hufteer, Shampoo, Salben etc.)
Ebenso keine stark riechenden Mittel füttern (Knoblauch u.ä.)
Kein Cortison, Antibiotika, Anthelmintika (Wurmkuren) ab einer Woche vor der Behandlung
Ablauf der Blutegeltherapie
Für eine gut verlaufende Egeltherapie braucht man in erster Linie eine ruhige Atmosphäre und Zeit.
Die zu behandelnde Stelle wird mit klarem Wasser gereinigt, trocken frottiert und beim Pferd geschoren.
Die Egel werden angesetzt, saugen sich fest, ritzen mit feinen Zähnen die Haut an und beginnen nun Blut zu saugen. Um das Blut zu verflüssigen, infiltrieren sie das Gewebe mit ihrem wertvollen Speichelcocktail. Dies wird als leichtes Brennen wahrgenommen und von den meisten Patienten gut toleriert.
Der Egel saugt das 4-6-fache seines Körpergewichtes an Blut, im Durchschnitt sind es 10 ml bei mittlerer Größe. Ist er satt, lässt er sich fallen. Das kann 20 Minuten bis zwei Stunden dauern.
Die entstandene Wunde blutet nun bis zu 12 Stunden nach. Das ist wesentlicher Bestandteil der Therapie und sollte nicht unterbunden werden. Diese Blutung reinigt die Wunde und erhöht den entstauenden Effekt.
Bei fast allen Blutegelbehandlungen tritt um die Bisstelle herum eine Rötung mit Schwellung und Juckreiz auf. Dies ist in der Regel harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit. Zur Linderung können Auflagen mit Essigwasser oder Quark gemacht werden. Kratzen sollte unterbunden werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Selten: leichte Temperaturerhöhung, vorübergehende Freßunlust
Theoretisch denkbar: allergische Reaktion
Bei unsachgemäßer Behandlung der Egel kann es zu einer Infektion mit dem Darmsymbionten Aeromonas hydrophila kommen
Kontraindikationen
Die Blutegel sollten nicht angewendet werden bei
Tieren, die gerinnungshemmende Medikamente bekommen
Anämien
Tieren, die geschwächt sind
Blutern